BIM

Darunter wird in der Baubranche eine Arbeitsmethode im Planungs-, Abwicklungs- und Betreiberprozess verstanden, welche auf elektronischen Gebäudemodellen basiert. Das Bauwerk wird vor der Realisierung digital als Modell im Rechner gebaut – „build digitally first“. Diese Modelle enthalten jedoch nicht nur rein geometrische Daten für eine dreidimensionale Darstellung oder die Ermittlung von Massen, wie aus CAD-Systemen bereits bekannt, sondern darüber hinaus werden alphanumerische Daten zu den einzelnen Bauteilen wie Materialeigenschaften, Kosten, Termine und dergleichen in das Modell integriert.

Über BIM...

Was ist BIM?

Unter Building Information Modeling wird in der Baubranche eine innovative Arbeitsmethode im Planungs-, Abwicklungs- und Betreiberprozess verstanden, welche auf elektronischen Gebäudemodellen basiert. Das Bauwerk wird vor der Realisierung digital als Modell im Rechner gebaut – „build digitally first“. Die neue Arbeitsweise erfordert neben einer Software vor allem auch eine Anpassung von internen Prozessen und ermöglicht einen gesamtheitlichen Ansatz. Diese Modelle enthalten nicht nur rein geometrische Daten für eine dreidimensionale Darstellung oder die Ermittlung von Massen, wie aus CAD-Systemen bereits bekannt, sondern darüber hinaus werden alphanumerische Daten zu den einzelnen Bauteilen wie Materialeigenschaften, Kosten, Termine und dergleichen in das Modell integriert. Dieses ist als eine Art Datenbank zu verstehen, in der alle bauwerksrelevanten Informationen gespeichert werden. Die enthaltenen Informationen sind im Idealfall für alle Projektbeteiligten über den ganzen Lebenszyklus verfügbar und nutzbar. Das bedeutet, dass Planung, Ausschreibung, Ausführung und in weiterer Folge der Betreiber mit ein und demselben Datenmodell arbeiten. Im gesamten Bauprozess wird BIM als Werkzeug verwendet, welches jedoch Auswirkungen auf herkömmliche Methoden, Prozesse, Organisation und vor allem auf die Kommunikation hat.

Film der WKO zu BIM

Stream zu BIM vom eDAY 16

Was bringt BIM?

BIM ist als Werkzeug im Planungs- und Abwicklungsprozess zu verstehen, welches primär die Effizienz und Qualität im Bauprozess steigern soll. Nach einer Marktuntersuchung von McGraw Hill Construction haben 75% der weltweit befragten Bauunternehmer eine positive Auswirkung von BIM auf das Betriebsergebnis bestätigt. Als Voraussetzung gilt, dass die internen Prozesse auf die BIM-Arbeitsweise abgestimmt werden und BIM wie jede neue Herangehensweise eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert. In der Planung von Bauwerken wird durch eine intensivere Zusammenarbeit der Planer ein besseres Planungsergebnis sowohl für Bauherrn als auch Unternehmer erreicht. Die Planungssicherheit und die Verfügbarkeit von Planunterlagen auf der Baustelle steigen, da Pläne ohnehin aus einem Modell abgeleitet werden. Mittels des bereits vorhandenen Modells können Bauwerke oder Details problemlos visualisiert werden, was sowohl dem Bauunternehmer als auch dem Bauherrn zu Gute kommt. Durch die Nutzung und Bearbeitung des digitalen Gebäudemodells auch durch alle beteiligten Fachplaner, werden fehleranfällige Einarbeitungen und Abstimmungen wesentlich erleichtert. Ausschreibung und Kalkulation sowie Arbeitsvorbereitung arbeiten stets mit aktuellen und eindeutigen Daten. Darüber hinaus kann das BIM auch in der Mengenermittlung und Abrechnung eingesetzt werden. Nach Übergabe eines Bauwerkes bleiben die in der Bauphase gesammelten Informationen erhalten, da diese im Modell enhtalten sind und an den Betreiber weiter gegeben werden.

Wo ist BIM bereits Standard?

BIM etabliert sich immer mehr in den einzelnen Ländern, wobei die Zahl der Anwender stark variiert. Als Vorreiter gelten Großbritannien, die Niederlande und der skandinavische Raum. Hier ist hauptsächlich die öffentliche Hand die treibende Kraft, welche BIM-Projekte fordert.

Im deutschsprachigen Raum werden nur etwa 10 bis 12% der Projekte mit BIM abgewickelt. Im Gegensatz dazu liegt die Verwendung von BIM in Großbritannien, den Niederlanden oder im skandinavischen Raum bereits bei 30-50%.

Österreich:

ÖNORM A 6241-2: 2015 07 01: Digitale Bauwerksdokumentation – Teil 2: Building Information Modeling (BIM) – Level 3-iBIM

Diese Ö-Norm beschäftigt sich mit den Definitionen von Strukturen betreffend des Austausches bzw. der Zusammenarbeit mit digitalen Gebäudemodellen, sowohl von graphischen als auch von Metadaten. Hierfür wurde gemeinsam mit dem Forschungsprojekt „freeBIM Tirol“ (www.freebim.at) ein Merkmalserver entwickelt, auf welchem die Eigenschaften von Bauteilen und Materialien gesammelt, standardisiert und den Planungsphasen zugeordnet wurden. Diese wurden durch Upload in das bSDD (buildingSMART Data Dicitonary - http://bsdd.buildingsmart.org/) mit einer GUID versehen, welche es ermöglicht, diese sprachenunabhängig auszutauschen.

Deutschland:

DIN SPEC 91400: 2015-01: Building Information Modeling (BIM) - Klassifikation nach STLB-Bau

Bietet ein einheitliches Klassifikations- und Beschreibungssystem für BIM-Objekte wie Wände, Fenster oder Sanitärausstattungen mit Verbindung zum Standardleistungsbuch für das Bauwesen (STLB-Bau).

 „Stufenplan des BMVI zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens“

Im Stufenplan wird der Weg zur Anwendung des digitalen Planens, Bauens und Betreibens dargestellt. In einem Konzept wird der zeitliche Ablauf und Mindestkriterien für ein erstes Leistungsniveau der Methode „Building Information Modelling“ beschrieben.

Die Einführung von BIM soll in drei Abschnitte eingeteilt werden:

- Vorbereitungsphase bis 2017

- Pilotphase bis 2020

- Einsatz von BIM ab 2020 bei allen neu zu planenden Projekten des BMVI

Europa:

CEN/TC 442 – Building Information Modelling (BIM)

Europaweite Standardisierung im Bereich BIM bzgl. Definitionen, Beschreibungen, Austausch, Überwachung und Aufzeichnung von Daten und deren Prozesse.

Zur Erstellung der „CEN/TC 442“ wurde die Arbeit auf 4 Arbeitsgruppen aufgeteilt:

- WG 1 Strategy and Planning (UK)

- WG 2 Exchange information (D)

- WG 3 Information Delivery Specification (A)

- WG 4 Data Dictionary (F)

Weitere BIM-Initiativen in anderen Ländern:

Land

Organisation / Regelwerke



Großbritannien

BIM Task Group

Finnland

Common BIM Requirements

Norwegen

Statsbygg BIM Manual

Dänemark

Det Digitale Byggeri

Niederlande

Rijkswaterstaat

USA

National BIM Standard